Konzert in der AIK
Für die Mitglieder der „Akademie der Inspiration und Kreativität“ fand am 19. Februar 2026 ein Konzert zu Ehren des 82. Jahrestags der Aufhebung der Leningrader Blockade statt. Heute erfolgt unser Konzertbericht.
Konzerte anlässlich des Jahrestags der Befreiung Leningrads sind im Projekt „Humanitäre Geste“ bereits zu einer beliebten Tradition geworden. Die Gäste des Konzerts waren auch in diesem Jahr Überlebende der Blockade und Kinder des Krieges sowie Stammbesucher der Partnerorganisationen unseres Projekts.
Dieses Mal umfasste das Konzertprogramm Werke von Komponisten, deren Namen man auch in den blockadezeitlichen Programmen der Leningrader Philharmonie lesen konnte: Ludwig van Beethoven, Michail Glinka, Nikolaj Andrejewitsch Rimski-Korsakow, Camille Saint-Saëns, Sergej Rachmaninow und andere.
Interessanterweise kamen auch bekannte Künstler aus Moskau zu Auftritten in das belagerte Leningrad: beispielsweise die russische Pianistin Maria Weniaminowna Judina, Professorin am Staatlichen Moskauer Konservatorium. Zwischen Februar und Oktober 1943 spielte sie zweimal mit dem Orchester des Rundfunkkomitees unter Leitung von Karl Eliasberg, nahm an zwei gemischten Programmen teil und gab vier Solokonzerte.
Das Programm war abwechslungsreich: Unter anderem konnten die Zuhörer den Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski genießen. Einige Stücke aus diesem Zyklus erklangen auch für die Gäste unseres Konzerts.
Zudem erinnerten wir besonders an das Theater der Musikalischen Komödie, dessen Truppe ihre Arbeit auch während der Blockade fortsetzte. Nach dem Winter 1941/42 umfasste das Kollektiv noch 291 Künstler. Die Bedingungen, unter denen sie auftraten, erforderten gewaltige Kraftanstrengungen: Im Saal des Theaters herrschten oft Minustemperaturen. Die Schauspieler mussten ihre Schminke mit ihrem Atem auftauen; die Aufführungen mussten häufig wegen Artilleriebeschuss unterbrochen werden und zogen sich dadurch in die Länge. Ungeachtet dieser Schwierigkeiten nahm das Theater in der Blockadezeit nicht nur einige frühe Stücke wieder ins Repertoire auf, sondern feierte auch 15 Premieren: „Drei Musketiere“, „Der Vogelhändler“, „Weit dehnte sich das Meer“, „Die Fledermaus“ und viele andere. Am 24. Juli fand die Premiere von Emmerich Kálmáns „Zirkusprinzessin“ statt. Bei unserem Konzert erklang die Arie des Mister X aus dieser Operette.
Den krönenden Abschluss bildete Leningrads inoffizielle Hymne „Die Stadt an der freien Newa“.
Anschließend erhielten die Gäste Blumen zu Ehren des baldigen Frühlingsanfangs und versammelten sich beim gemeinsamen Teetrinken, wo sie sich über ihre Eindrücke von unserem Konzert austauschen konnten.
Wir bedanken uns bei allen Gästen und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen!

