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Die „Mutter-Heimat“ und Vera Wassiljewna Issajewa

Die „Mutter-Heimat“ und Vera Wassiljewna Issajewa

Vera Wassiljewna Issajewa war eine sowjetische Bildhauerin und Pädagogin sowie Überlebende der Leningrader Blockade. Sie wurde 1898 in Kronstadt geboren. Ihr Vater W.I. Issajew war Chefarzt des Kronstädter Marinelazaretts, Mikrobiologe und eine namhafte Person des öffentlichen Lebens.
Ihre Schulbildung erhielt die junge Vera in Petersburg. In den 1920er Jahren studierte sie in den Staatlichen Werkstätten für Kunst und Gewerbe (früher die Zentrale Baron-von-Stieglitz-Lehranstalt für technisches Zeichnen). Etwas später wechselte sie an die Fakultät für Bildhauerei am Höheren Künstlerisch-Technischen Institut (früher die Akademie der Künste). Während des Studiums und auch danach arbeitete Issajewa viel, nahm an Ausstellungen teil und lieferte herausragende Ergebnisse.

Schon in den ersten Kriegstagen wurde Vera Issajewa Mitglieder der Brigade des Bildhauers N.W. Tomski. Diese Künstler führten Arbeiten zur Tarnung städtischer Objekte durch, erstellten aber auch plastische Relief für Agitationszwecke. Außerdem nahm Issajewa an Befestigungsarbeiten teil und hielt im Rahmen der Lokalen Luftverteidigung Wachdienst auf Dächern.

Im Frühjahr 1942 unternahm sie mit einer Künstlergruppe eine Fahrt in ein Partisanenlager bei Leningrad, von der sie viele Skizzen und Entwürfe in Ton und Knetmasse mitbrachte. Sie bildeten die Grundlagen für die beiden Skulpturen „Der Partisan“ und „Die Partisanin“, die im Garten des Anitschkow-Palasts aufgestellt wurden. Leider wurden sie später von einem Geschoss zerstört. Während der Blockade schuf Issajewa außerdem „Die Kämpferin der Lokalen Luftverteidigung“, die Büste eines Matrosen der Baltischen Flotte sowie verschiedene Bilder und Agitationsplakate.

Nach dem Krieg arbeitete sie daran, das historische Gedächtnis zu bewahren. Sie schuf Skulpturen herausragender Persönlichkeiten. Viele monumentale und dekorative Kompositionen sind Helden der Kriegszeit gewidmet.

Als eines ihrer wichtigsten Werke gilt jedoch zu Recht die Figur der „Mutter Heimat“ auf dem Piskarjowskoje-Gedenkfriedhof. Die Arbeit daran dauerte etwa zehn Jahre. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Robert Karlowitsch Taurit schuf Issajewa ein Denkmal, das zum Symbol für die Erinnerung an die Tragödie der Leningrader Blockade wurde. Auf dem Weg dahin machten sie eine Vielzahl von Skizzen, Entwürfen und Zeichnungen. So entstand schließlich eine sechs Meter hohe Bronzestatue auf einem sechs Meter hohen Sockel. Es scheint, als ob sie denen entgegengeht, die hierher kommen, um das Andenken an die Leningrader zu ehren. Ihr Gesichtsausdruck ist tragisch, erfüllt von tiefem Schmerz, doch in der majestätischen Figur sehen wir zugleich Stolz und grenzenlose Dankbarkeit.

Zu den bedeutendsten Werken Vera Issajewas zählen auch ihre Denkmäler für den Schriftsteller Maxim Gorki und den Erfinder des Radios A.S. Popow sowie Arbeiten zur Innengestaltung des Leningrader Flughafen und des Moskauer Bahnhofs, die sie als Mitglied einer Künstlergruppe ausführte.


Quellen:

Artikel über V. Issajewa auf der Website der Staatlichen A.-L.-Stieglitz-Akademie St. Petersburg
Artikel über V. Issajewa auf der Website des Museums für die Geschichte Kronstadts
Artikel zum 120. Geburtstag V. Issajewas auf der Website des Museums für urbane Skulptur