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Presse im belagerten Leningrad

Presse im belagerten Leningrad

Im belagerten Leningrad waren Zeitungen ein wichtiges Kommunikationsmittel, das nicht nur Informationen enthielt, sondern auch die Moral seiner Leser stärkte. Heute stellen wir einige davon vor.

Die „Leningradskaja Prawda“

Die bedeutendste Zeitung im belagerten Leningrad war die „Leningradskaja Prawda“. Ihre erste Ausgabe erschien bereits am 2. April 1918. Hier wurden die wichtigsten Nachrichten und Berichte des Informbüro abgedruckt; außerdem schrieb die Zeitung über das Leben in der belagerten Stadt sowie über Vorträge und andere Veranstaltungen. Auch Schriftsteller und Dichter wie Anna Achmatowa, Olga Bergholz, Michail Dudin und andere veröffentlichten Texte in der „Leningradskaja Prawda“. Ab 1942 erschien die Zeitung nur noch auf zwei statt vier Seiten, dafür aber weiterhin täglich, bis auf eine Unterbrechung aufgrund von Strommangel Ende Januar 1942. Diese währte jedoch nur kurz: Der Druck wurde schnell wieder aufgenommen, denn Zeitungen gehörten zu den besonders wichtigen Objekten.
Die „Leningradskaja Prawda“ erschien als Tageszeitung bis 1991.

Die „Smena“1

Hierbei handelt es sich um die älteste Jugendzeitung, die im Gegensatz zu anderen Zeitungen ähnlicher Ausrichtung auch während der Blockade weiter erschien.
Die „Smena“ wurde von 1919 bis 2015 herausgegeben. Da sich die Zeitung in erster Linie an junge Menschen richtete, wurden neben Nachrichten auch Berichte über Jugendinitiativen gedruckt, mit denen den Bewohnern der belagerten Stadt geholfen werden sollte. Auch der Druck der „Smena“ musste im Januar 1942 gezwungenermaßen für einen Monat eingestellt werden, doch währenddessen erschien die Zeitung im Rundfunk.
Während der Blockade wurden 15 Spezialausgaben für Partisanen und junge Menschen herausgegeben, die sich in den besetzten Gebieten der Oblast Leningrad befanden.

Das Kindermagazin Kostjor2

Das Magazin „Kostjor“ war die einzige Zeitschrift für Kinder, die in der Blockadezeit erschien. Die Geschichte von „Kostjor“ begann im Jahr 1936 und dauert bis heute an.
Die wichtigsten Themen der Blockadezeit waren die heroische Vergangenheit und der Patriotismus in Essays, Erzählungen und Geschichten. Außerdem erfuhren die jungen Leser, wie die Stadt weiterlebte, etwa der Zoologische Garten Leningrads. Auch praktische Informationen waren zu finden: was bei Luftalarm zu tun war, wie man Möhren oder Kartoffeln anpflanzt u. Ä.
Als der Druck des Magazins im Februar und März 1942 aufgrund von Strommangel vorübergehend eingestellt wurde, wechselte es zum Radio über. Jeden Donnerstag verkündete M.G. Petrowa die Übertragung des Magazins „Kostjor“. Als Sprecher wurden Menschen verschiedenster Alters- und Berufsgruppen eingeladen: Darunter waren junge Fabrikarbeiter, Mädchen aus den Reihen der Lokalen Luftverteidigung, Kameraleute und andere. Ab Herbst 1942 erschien das Magazin nicht mehr nur im Radio, sondern auch wieder in gedruckter Form. Auch heute noch erfreut das Magazin „Kostjor“ junge Petersburger. Im August feierte es sein 90-jähriges Bestehen.

1 dt. „Wechsel“
2 dt. „Lagerfeuer“