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Einstieg in die Blockadethematik

Einstieg in die Blockadethematik

Seit seiner Entstehung 2019 hat das Projekt „Humanitäre Geste“ das Ziel, deutsch- und russischsprachige Menschen mit der Geschichte der Leningrader Blockade bekannt zu machen. Unser Blog enthält eine Vielzahl von Artikeln zu diesem Thema, daneben gibt es auf unserer Website eine „Bibliothek“ mit Materialien, die von den Freiwilligen sowie den Koordinatorinnen des Projekts erstellt wurden, und außerdem Seiten zu Spezialthemen. Wer allerdings gerade erst anfängt, sich mit der Blockade zu beschäftigen, steht häufig vor der Frage: „Womit soll ich beginnen?“
Im heutigen Artikel stellen wir einige Ideen vor, die helfen können, diese Frage zu beantworten, und zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema anregen.

„Die Leningrader Blockade 1941-1944“

Dieses Buch eignet sich für einen ersten Einblick in die Blockadethematik. Es wurde im Rahmen einer Kooperation des „Deutsch-Russischen Begegnungszentrums“ mit dem Zentrum „Erinnerungskultur“ herausgegeben und ist auf unserer Bibliotheksseite zu finden. Das Buch behandelt Themen wie die Straße des Lebens, die Lebensumstände in der belagerten Stadt, die Evakuierung, die Erinnerung an die Blockade und viele andere. Jedes Kapitel beginnt mit einer Frage; die Texte wurden von professionellen Historikern geschrieben und beleuchten die wichtigsten Begriffe und Phasen der Blockade. Neben ausführlichen Antworten auf die eingangs gestellten Fragen findet der Leser Auszüge aus Tagebüchern und Erinnerungen von Zeitzeugen sowie historische Fotografien, Dokumente und Karten.

Tagebücher aus der Blockadezeit

Auch Tagebücher und Erinnerungen von Zeitzeugen ermöglichen einen Einstieg in unser Thema. Ihre Verfasser waren zumeist keine professionellen Autoren, aber dennoch sind diese Werke sehr bewegend. Eine Vielzahl von Materialien ist in russischer Sprache auf der Website des Projekts „Proschito“ verfügbar. In unserer „Bibliothek“ finden sich mehrere Tagebücher, die von unserem Projektteam ins Deutsche übersetzt wurde.
Zudem empfehlen wir, einen Blick in das „Blockadebuch“ von D. Granin und A. Adamowitsch zu werfen. Bei seiner Veröffentlichung war es für viele Menschen eine Art Offenbarung: Hier wurde erstmals über das Leben der „normalen“ Leningrader berichtet, mit all seinen Mühen, Entbehrungen und Sorgen.
Das „Blockadebuch“ wurde in viele Sprachen übersetzt, darunter auch ins Deutsche. Mehr erfahrt ihr in unserem Blog.

Virtuelle Museumssammlungen

Bei unseren Präsenzprogrammen besuchen wir Denkmäler, Gedenkstätten und Museen. Auch wenn ihr euch nicht in Petersburg befindet, habt ihr dennoch die Möglichkeit, die Sammlungen einiger Museen zu sehen. Auf der Website des Staatlichen Gedenkmuseums für die Verteidigung und Belagerung Leningrads kann man einen virtuellen Rundgang durch die frühere Ausstellung machen, die dort gezeigt wurde, bevor das Museum komplett renoviert wurde. Das Museums „Das bürgerliche St. Petersburg“ präsentiert auf seiner Website einen Videozusammenschnitt über seine Ausstellung des Blockadezimmers der Familie Agte. Wenn ihr euch für Kunst interessiert, solltet ihr auf der Website des Russischen Museums vorbeischauen. Unter der Rubrik „Virtuelle Touren“ findet ihr ein Ausstellungsarchiv, in dem ihr euch verschiedene Exponate anschauen könnt: zum Beispiel die Ausstellung „Wir erinnern uns! Zum 80. Jahrestag der Aufhebung der Blockade“.

Filme

Über die Geschichte der Leningrader wurden nicht nur viele Bücher geschrieben, sondern auch Filme gedreht – sowohl Dokumentationen als auch Spielfilme. In unserem Blog gibt es vier Artikel zum Thema „Filme über die Blockade“, in denen wir einige Empfehlungen geben. Allerdings gibt es die meisten Filme nur auf Russisch. Im Jahr 2020 wurde im Rahmen des Projekts „Humanitäre Geste“ der Film „Die Architektur der Blockade“ ins Deutsche übersetzt. Er ist im Netz verfügbar und berichtet darüber, was mit den architektonischen Anlagen und historischen Denkmälern im Leningrad der Blockadezeit geschah. Erinnerungen von Zeitzeugen, Berichte von Nachkommen der Architekten, Kommentare von Historikern, Auszüge aus Wochenschauen, Archivdokumente, Fotografien und Zeichnungen zeigen, wie Bergsteiger und Künstler die Dominanten, Schlüsselobjekte und -plätze der belagerten Stadt tarnten und vor welchen Zielen und Aufgaben die Architekten standen, die zu Friedenszeiten Gebäude planten und bauten, während des Krieges aber die einzigen waren, die diese retten, beschützen und bewahren konnten.